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Besucher machen Freude 24. Januar 1999
ich weiß, daß der letzte Bericht etwas dünn war, also gibt es gleich einen neuen hinterher, damit niemand denkt, ich würde alt werden.
Hier kommen die Besucherstatistiken für die Zeit vom 1.4.1998 bis zum 30.11.1998:
Insgesamt hatten wir zu 17 verschiedenen Gelegenheiten 42 Besucherinnen (Christines) und Besucher (Fronks) in der Roselière, davon 29 Christines (69%) und 13 Fronks (31%), das ergibt ein Verhältnis von 2.2:1, womit wir zufrieden sind. Wir hoffen, auch im Jahre 1999 wieder an dieses Ergebnis anknüpfen zu können oder es womöglich zu übertreffen.
Qualitätskontrolle fängt beim Kunden an. Wir haben daher ein paar Kriterien erarbeitet, die uns eine objektive Benotung der Gäste unter Einbeziehung besonderer Fähigkeiten und/oder Umstände erlauben würde, ohne dabei auf persönliche Vorlieben zurückgreifen zu müssen. Die Ergebnisse unseres Tests mit dem Schema lassen sich in Kürze etwa wie folgt zusammenfassen:
| Note | Christines | Fronks |
| 1 | 11 (26%) | 3 (7%) |
| 2 | 7 (17%) | 4 (10%) |
| 3 | 4 (10%) | 4 (10%) |
| 4 | 3 (7%) | 1 (2%) |
| 5 | 2 (5%) | - |
| Keine Note | 2 (5%) | - |
| Notenverteilung |
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Man könnte der Jury sicherlich eine gewisse Tendenz vorwerfen, wäre da nicht die streng wissenschaftliche Herangehensweise, die sich bei uns großer Beliebtheit erfreut. (Das glaubt mir jetzt keiner, also hier ein kurzer Ausschnitt aus den angelegten Kriterien: "Fronks können eigentlich keine 1 schießen, außer in ganz speziellen Fällen", "Christines können keine 5 oder 6 bekommen, außer sie stellen sich wirklich extrem blöd an", "Einmal Kochen kann durchaus eine Note mehr bringen; englische Küche kann allerdings zu spontaner Abwertung führen", "Mufflig ist scheiße"). Generell wurde kooperatives Verhalten als wichtig eingestuft und entsprechend mit guten Noten belohnt. Auch läßt sich sagen, daß längere Aufenthalte nicht automatisch zu besseren Noten führen. Die extreme Kürze einiger Kurzbesuche führte hingegen zu den beiden "Nichtbenotungen". Ohne solide und in gewissem Maße zeitaufwendige Studien sahen wir uns hier nicht in der Lage, angemessene Noten zu vergeben.
Erfreulich war die große Zahl "sehr guter" Christines, diese Gruppe stellte immerhin ein Viertel aller Besucher, und nur ein Fünftel mußte als "ausreichend" bis "ungenügend" eingestuft werden. 80% Unserer Besucher entpuppten sich als angenehm, was uns natürlich am meisten gefreut hat. Wir veröffentlichen diese Studie gerne, damit es auch in diesem Jahr wieder so angenehm und unterhaltend wird wie 1998.
Einige wenige Besucher mußten aus politischen Gründen abgewertet werden, die Jury bedauert dies ausdrücklich, sieht sich jedoch nicht in der Lage, sich den Sachzwängen in diesem Fall zu entziehen, zumal diese Sachzwänge manchmal bemerkenswert laut rumkrakeelen können und gerne genervt sind, wenn man ihnen nicht zuhört (siehe auch Eine kurze Geschichte der Französin). Wir entschuldigen uns hiermit offiziell bei der betreffenden Person und weisen darauf hin, daß die Statistik ein Stückchen besser wäre, jedoch die Grundtendenz praktisch nicht beeinflußt wird (Wir sprechen hier von einer der Noten aus dem Mittelfeld.).
Üblicherweise verspüren Gäste das Bedürfnis, bei der Ankunft kleine (oder große) Mitbringsel zu überreichen, um die Gastgeber zu erfreuen. Das letzte Jahr brachte in dieser Hinsicht wenig Neues. Zu erwähnen wäre hier Fronk, der alleine durch sein Mitbringsel (4 Christines) bereits sein ausgezeichnetes Ergebnis erzielen konnte.
Die Wunschliste für dieses Jahr umfaßt neben den gängigen Geschenken (Bücher, CDs, deutsches Bier, Schwarzbrot (ein Scherz)) diesmal auch ein paar speziellere Gegenstände. Wir hätten zum Beispiel wahnsinnig gerne eine (oder mehrere) altmodische Badewanne(n) auf geschwungenen Füßen für den Garten, um unseren Mangel an Swimmingpools ausgleichen zu können. Wir wollen aber keinesfalls die Phantasie unserer Gäste einschränken, und so werden wir auf die Nennung weiterer Wünsche zunächst verzichten. Sollte sich im Laufe des Jahres eine gewisse Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit zeigen, werden wir eventuell ein paar Tips in die regelmäßigen Berichte einfließen lassen.
Am Samstag hatte ich die Ehre, Jörgs Auto auf seiner letzten Reise fahren zu dürfen. Das Auto mußte leider verschrottet werden, weil alle Verkaufs- und Verschenkversuche fehlschlugen. Die Symbolik dieser Aktion gepaart mit einer gewissen Nostalgie brachte uns dazu, mit ein paar Gläsern Wein, Bier und Pastis auf den armen R5 anzustoßen und noch einmal die schöne Zeit im Sommer Revue passieren zu lassen, als wir mit einfachsten Fragen und fürchterlichem Akzent die Touristen in Juan-les-Pins zur Verzweiflung brachten oder uns als Mitfahrgelegenheiten anboten. Man muß ja doch sagen, daß sich Kleinwagen mit diesem gewissen Charme (manche nennen es "ranzig") für solche Aktivitäten besser eignen als die mittlerweile bei uns viel zu oft vertretenen gesetzten Mittelklasseautos ohne diese persönliche Note. In seriösen Autos kann man einfach nicht so schön kindisch sein.
Nachwievor vermisse ich übrigens meine Jacke. Bisher kam nur eine einzige Rückmeldung, nämlich hat mich vor etwa 2 Jahren ein Bekannter im TecO mit der Jacke gesehen, und tatsächlich, ich meine mich daran zu erinnern, sie dort mal getragen zu haben. Also, wenn Jemand auch nur den Verdacht hat, er könne was wissen, gleich her damit!
Schöne Grüße,
Jan
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Der 10-jährige: 10 Jahre Berichte!
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