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Sommerferien

Sommerferien

Ich sitze am Flughafen Houari Boumediene und warte auf meinen Flug nach Hause. Ein angenehm lahmer Tag, nicht viele Leute unterwegs.

Vor mir läuft eine Polizistin vorbei, mit einem wirklich kleinen Baby im Arm.

stutz

Äh?

Sonnenuntergang über Baselland

Das Baby sieht nicht so aus, als könne es bereits laufen, abgehauen ist es also wohl nicht. "Bring your baby to work day" vielleicht?

30 Sekunden später: Die Lautsprecherdurchsage informiert mich über den "tout derniere appel pour les passagers vol Air Algérie pour Casablanca", zeitgleich rennen zwei Mädchen vor mir entlang, gefolgt von einer leicht gestressten Frau.

Ah!

Kombiniere: Polizisten hilft Familie, ihren Flug noch zu erwischen.

Kevin

In den nächsten 3 Wochen bin ich alleine, Frau und Kinder reizen die Schulferien fast voll bei den Schwiegereltern aus.

Bis auf das Fest in Karlsruhe habe ich nichts geplant. Vielleicht mal ein paar Tage in Hamburg arbeiten? Man wird sehen.

Beim Fescht, in der Sonne, auf dem Berg. Mal wieder schön voll, wie sich das gehört.

Traditionell bin ich immer einen oder zwei Tage total happy wegen der Freiheit, bevor ich dann anfange, das Geschrei zu vermissen. Mit meiner merkwürdigen Unfähigkeit, in dieser Periode irgendwelche lang überfälligen Projekte durchzuziehen habe ich vor ein paar Jahren meinen Frieden gemacht.

Das lässt viel Raum für "was ich eigentlich auch schon immer mal machen wollte ...", also Dinge wie in die Berge fahren, Sterne fotografieren. Oder in's Kino gehen (in der Schweiz machen sie in jedem Film in der Mitte ein Pause von 15 Minuten! Das ist so unendlich scheisse!).

Sterne fotografieren mache ich hier in der Schweiz gerne aber selten mit meinem schottischen Nachbarn Kevin, aber leider überlappen sich dieses Jahr unsere Ferien nicht, und deswegen haben wir nicht viel Zeit.

Im Grunde weiss ich vorher nicht, was ich in der Zeit tun werde, lasse mich also überraschen.

Fahrrad

Eine Sache habe ich mir klar vorgenommen: Diesmal aufpassen und nicht so viel zunehmen. Ich esse in der Zeit nicht so richtig gesund, um es vorsichtig auszudrücken.

Ich nehme mir vor, wenigstens jeden Tag die 10000 Schritte vollzumachen.

Da das gar nicht so einfach ist, beschliesse ich eines Abends, an einem ganz normalen Donnerstag, eine Runde mit dem Fahrrad zu drehen.

Mit Details will ich Euch gar nicht langweilen, aber bereits einen Tag später fahre ich 20km, und am nächsten schon 30km, inklusive 400m Höhenunterschied. Das war keine Absicht, aber jetzt habe ich gelernt, dass man auf dem Fahrrad nicht unbedingt einer Umleitungsbeschilderung folgen sollte. Lernen ist immer gut.

Zum Fest in Karlsruhe nehme ich diesmal mein Fahrrad mit, Logistik vereinfachen. Wer Fettes Brot noch nie live gesehen hat, sollte das tun. Macht Spass.

Das Wetter ist in Basel schön warm, daher gehen wir seitdem täglich mittags Rheinschwimmen. Auch wenn das Wasser nur knapp unter 22 Grad warm ist.

Und am Abend fahre ich jetzt einfach einen langen Umweg nach Hause, z.B. einmal um den Flughafen herum. In Frankreich am Rhein radelt es sich super, da ist es schön flach. Am hügeligsten und daher anstrengendsten ist die Grenzgegend zwischen Allschill / Huningue im Norden und Flüh / Liebenswiller im Südwesten.

Die Gegend ist aber schön, und ich mag diese ganzen nur leicht markierten "Grenzübergänge" in der Gegend gern. Hier ein Stein, dort ein Schild, manchmal ändert sich nur die Beschaffenheit des Feldweges (gut gewalzt - Schweiz versus überwachsen - Frankreich).

Grenze Schweiz vorne - Frankreich hinten
Grenze mitten im Feld. Frankreich vorne - Schweiz hinten

Ein grosser Vorteil am Radfahren ist, dass ich nicht so viel Abends gelangweilt zuhause rumhänge, weil ich immer erst so um 9 zuhause bin. Abends gelangweilt zuhause rumhängen kann gefährlich sein, in erster Linie ist es langweilig. Will man ja nicht.

Grenze mitten im Wald. Frankreich links - Schweiz rechts

Vorbei

Leider ist die ganze Fahrerei mit dem Fahrrad genau so schnell vorbei, wie sie anfing. Am 30.7. fliege ich nämlich nach Hamburg, und obwohl wir am Samstag noch eine Tour zum Zollenspieker machen, fällt in den Tagen seitdem alles aus, teils wegen Regen, teils weil ich irgendwo hin fliegen muss.

Wenn die Familie wieder da ist, kann ich eh nicht mehr jeden Abend 2 Stunden Fahrrad fahren. Schade.

Hamburg - ganz hinten die Elbphilharmonie

Ganz was anderes: In Frankfurt soll man nie mit kurzer Umsteigezeit planen... bin gerade den kompletten Weg von A23 nach A68 gerannt, und scheisse, ist das ein langes Terminal! Schwitze jetzt wie eine Sau. Aber Flug erwischt. Puh.

So. Und jetzt ist schon der Vorabend der Rückkehr meiner Lieblingsfrauen, deswegen räume ich jetzt auf und poste den Bericht.

Tara,
Jan

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